Die Acai-Beere der freie Radikale-Fänger
Die Acai-Beere – die Fängerin freier Radikale mit wertvollen Antioxidantien

Acai-Beeren
Ist die Acai-Beere eine Powerfrucht? Was verbirgt sich hinter dieser Beere, der wundersame Heilkräfte zugeschrieben werden? Welche
Inhaltsstoffe der Acai-Beere rechtfertigen die zahlreichen Lobpreisungen? Was ist wirklich dran an der angeblichen Superbeere aus Südamerika? Sie erfahren hier einiges über die Herkunft der Acai Beere und die positive Wirkung der Inhaltsstoffe auf unsere Gesundheit. Sie lesen auch, wie Sie die Beere zu sich nehmen können. Darüber hinaus erfahren Sie etwas über Studien, die die heilende Wirkung der Acai-Beere belegen sollen.
Der Hype um die Acai-Beere
Der Wirbel um die Acai-Beere begann mit einer Talkshow im amerikanischen Fernsehen. Die bekannte US-Moderatorin Oprah Winfrey pries in ihrer Show die Acai-Beere als wahre Superfrucht an. Sie schrieb der Beere aus Südamerika wahre Wunderwirkungen zu. Wegen ihres hohen Anteils an Antioxidantien soll der Verzehr dieser Frucht zur Verjüngung beitragen. Seit 2005 erlebten die USA einen unvorstellbaren Boom um die Acai-Beeren. Als auch noch bekannte US-Schauspielerinnen ein Loblied auf dieses „Wundermittel“ anstimmte und zahlreiche, in großer Zahl dubiose Hersteller die Acai-Beere in Form von Kapseln, Pulver oder Saft auf den Markt brachten, schwappte der Hype auch nach Europa über. Der Verzehr von Acai-Beeren soll eine schöne Figur zaubern, eine straffe, junge Haut erzeugen und sogar beim Abnehmen helfen. Aber stimmt das wirklich?Ist die Acai-Beere eine Powerfrucht, die zur Schönheit verhilft? Inzwischen sind Studien erschienen, die dieses Wundermittel etwas entzauberten. Ganz vom Thron stoßen konnten die Wissenschaftler diese Beere jedoch nicht, denn
ihre Inhaltsstoffe haben es in sich. Es ist also etwas dran an der Acai-Beere.
Was ist die Acai-Beere und woher kommt sie?
Acai-Pulver
Die Acai-Beeren gehören in manchen Regionen Südamerikas zu den Grundnahrungsmitteln. Sie decken etwa 40 Prozent der Energiezufuhr ab und sind daher besonders nahrhaft. Die Früchte der Kohlpalme, der „Euterpe oleracea“, auch „Açaizeiro“ genannt, sind etwa ein bis zwei Zentimeter klein. Sie wachsen an Dolden. Die Beere ist dunkelblau und sieht der Heidelbeere sehr ähnlich. Im Gegensatz zu dieser enthält die Acai-Beere jedoch einen großen, ungenießbaren Kern. Essbar ist nur der geringe Anteil an Fruchtfleisch und die Haut. Nach der Ernte werden die essbaren Teile vom Kern gelöst, püriert und zu Saft oder Mark verarbeitet. Ihr Fruchtfleisch schmeckt für uns etwas gewöhnungsbedürftig: fettig, nussig und etwas erdig.
Die Heimat der Kohlpalme ist Süd- und Mittelamerika. Sie gedeiht besonders auf feuchten, sumpfigen Böden. Wir finden sie vor allem im küstennahen Tiefland von Brasilien und im Regenwald von Ecuador und Panama. Zum Wachstum benötigt die Palme viel Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Durch die steigende Beliebtheit der Acai-Beere schossen immer mehr Acai-Plantagen aus dem Boden. Hier werden die Pflanzen mit einer Höhe von einem Meter künstlich niedrig gehalten, während sie in der freien Natur zwanzig Meter hoch werden können.
Was sind die Wirkstoffe der Acai-Beere?
Auch wenn der Verzehr der Acai-Beere keine ewige Jugend und hinreißende Schönheit garantieren kann, sie ist dennoch durch ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe wichtig für unseren Organismus. Acai-Beeren enthalten wertvolle Vitamine, lebenswichtige Mineralstoffe und Spurenelemente, die Krankheiten vorbeugen können. Der hohe Gehalt an Antioxidantien ist besonders wichtig zur Abwehr der freien Radikalen und gegen die vorzeitige Alterung der Körperzellen. Wirkstoffe der Acai-Beere:
- Vitamin B 1 (Thiamin), Vitamin B 2 (Riboflavin), Vitamin B 3 (Niacin), Vitamin B 6 (Pyridoxin)
- Vitamin C
- Vitamin D
- Vitamin E
- Omega 3, Omega 6 und Omega 9-Fettsäuren
In der Acai-Beere sind wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten:
- Kalzium
- Magnesium
- Kalium
- Kupfer
- Zink
Zu den Antioxidantien gehören auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, die der Acai-Beere die dunkelblaue Farbe verleihen. Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen Anthocyane, die zusammen mit anderen lebenswichtigen Wirkstoffen freie Radikale abfangen und somit für den Zellschutz sorgen.
Was sind die Nährwerte der Acai-Beere?
Der Nährstoffgehalt der Acai Beere. Die Angaben beziehen sich auf 100 Gramm Acai-Pulver.
- Brennwert: 534 kcal
- Eiweiß: 8,6 g
- Kohlenhydrate: 8,5 g
- davon Zucker: 1 g
- Fett insgesamt: 44,5 g
- gesättigte Fettsäuren: 11 g
- einfach ungesättigte Fettsäuren: 28,46 g
- mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 4,92 g
- Omega 3: 0,35 g
- Omega 6: 4,57g
- Omega 9: 26,88 g
- Natrium: 0,064 g
- Ballaststoffe: 32,5g
Die Acai-Beeren sind außerordentlich nahrhaft. Dafür spricht vor allem der hohe Fettgehalt.
Wie wirkt die Acai-Beere?
Die Wirkstoffe der Acai Beeren erfüllen wichtige Funktionen für den Stoffwechsel. Die wasserlöslichen Vitamine der B-Gruppe wirken als Coenzyme im menschlichen Körper. Vitamin B 1 kurbelt den Kohlenhydratstoffwechsel an, ist wichtig für die Funktion der Schilddrüse und gut für die Nerven. Vitamin B 2 erhöht die Konzentrationsfähigkeit und hilft bei Migräne. Vitamin B 3 sorgt für gesunde Haut und gesunde Nägel und unterstützt die Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydrat-Verwertung. Vitamin B 6 unterstützt unser Nervenkostüm. Vitamin C schützt unter anderem vor Infektionen und wirkt als Fänger der freien Radikale. Allerdings ist der Vitamin C-Gehalt bei der Acai-Beere nicht sehr hoch. Vitamin D unterstützt besonders die Aufnahme von Kalzium. Vitamin E stärkt unser Immunsystem, hemmt Entzündungen und unterstützt die Zellerneuerung. Dieses Vitamin ist auch als Radikalenfänger wirksam.
Unter den Mineralstoffen hebt sich das Kalzium als wichtiger Inhaltsstoff der Acai-Beere hervor. 133 bis 309 mg sind in 100 Gramm des Acai-Extraktes enthalten. Kalzium ist besonders wichtig für unsere Knochen und Zähne. Die Acai-Beere ist also eine wunderbare Kalziumquelle. Damit jedoch das Kalzium optimal im Körper aufgenommen werden kann, ist die ausreichende Versorgung mit Vitamin D 3 erforderlich. Die Acai-Beere enthält einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Diese Stoffe sind besonders wichtig für die Aktivierung des Stoffwechsels. Da Ballaststoffe schneller sättigen und das Hungergefühl dämpfen, wird der Verzehr der Acai-Beere auch bei Reduktionsdiäten empfohlen. Die Wirksamkeit als Schlankheitsmittel wurde bisher jedoch nicht nachgewiesen. Die Polyphenole, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und als freie Radikale wichtig sind, wirken entzündungshemmend und sollen darüber hinaus Krebs vorbeugen.
Alle Wirkungsstoffe der Acai-Beere wirken in unserem Organismus gemeinsam und beeinflussen sich gegenseitig. Das heißt: Sie verhalten sich in unserem Stoffwechselkreislauf synergetisch.
Wie wird die Acai-Beere verwendet und was sollten Sie bei der Beschaffung der Beere beachten?
Ideal und am reichsten an gesunden Inhaltsstoffen wäre natürlich die frisch geerntete Acai-Beere. Nach frischen Früchten suchen wir bei uns jedoch vergebens. Bedingt
Acaibeeren-Joghurt
durch die leichte Verderblichkeit der frischen Beeren, werden die rohen Acai-Beeren hier einfach nicht angeboten. Es bleibt also die industrielle Verarbeitung in Form von Kapseln, Pulver oder Saft. Die einfachste Darreichungsform der Acai-Beere ist die geschmacksneutrale Kapsel. Sie enthält etwa 1000 bis 2000 mg des Acai-Extraktes. Achten Sie darauf, dass etliche Produkte nicht den reinen Beerenextrakt enthalten, sondern mit Füllstoffen gestreckt werden. Um die positive gesundheitliche Wirkung zu erweitern, werden manchen Kapseln pflanzliche Zusatzstoffe wie Grüntee-Extrakt zugefügt. Positiv ist bei den Acai-Kapseln die hohe Konzentration der Wirkstoffe. Während die Acai-Kapsel mit der Acai-Beere optisch und geschmacklich keine Ähnlichkeit aufweist, soll das Pulver, das aus gefriergetrockneten Acai-Beeren gewonnen wird, zumindest nach Acai-Beere schmecken. In diesem Pulver sollen alle Wirkstoffe unverfälscht vorhanden sein. Das Acai-Pulver gilt wie die Kapsel als Nahrungsergänzungsmittel. Sie können es über Ihr Müsli streuen oder es im Joghurt verrühren. Da die Acai Beere wenig Zucker enthält, können Sie Maltodextrin hinzufügen, um eine süßliche Note zu erhalten. Außerdem löst sich das Pulver mit Maltodextrin leichter.
Die natürlichste Verarbeitung der Acai Beere ist der Saft. Er wird meist aus pürierten Beeren gewonnen und kann anschließend mit Wasser gestreckt werden. Da der fettige, erdige Geschmack der Acai Beere für uns ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, kann der Saft mit anderen Fruchtsäften angereichert werden. Am besten eignet sich Apfelsaft. Dennoch bleibt der eigene Acai-Geschmack erhalten. Eine gute Alternative ist es, den Saft Soßen oder anderen Gerichten hinzuzufügen. Sie sollten beim Kauf des Acai-Saftes darauf achten, dass der Anteil der Acai Beere in ausreichender Höhe enthalten ist.
Da der hohe Anteil an wertvollen Antioxidantien auch die Alterung der Hautzellen verzögern kann, hat sich die kosmetische Industrie der Acai Beere angenommen. Sie wird als Extrakt Hautcremes zugefügt. Besonders Anti-Aging-Produkte profitieren von der zellverjüngenden Eigenschaft der Power-Beere.
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Weiterführende Webseiten und wissenschaftliche Studien zur Wirkung der Acai Beere.
Wenn Sie weitere Informationen über die Acai Beere wünschen, können Sie folgende Links anklicken:
www.acai-beere.de/
www.heilkraeuter.de/lexikon/acai.htm
Studien zur positiven Wirkung der Acai Beere
Die Reaktion der Wissenschaftler auf den Hype, der durch eine Fernsehshow ausgelöst wurde, blieb nicht aus. Was kann die Acai Beere wirklich im menschlichen Körper bewirken? Vor allem amerikanische und auch japanische Forscher befassten sich mit der Wirkungsweise der angeblichen Powerfrucht. Im Jahre 2006 untersuchte Stephen Talcott mit seinem Team an der Universität in Florida anhand von Zellkulturen, dass die Acai Beere in der Lage war, Selbstzerstörungsreaktionen von Leukämiezellen auszulösen.
2008 versuchte Talcott nachzuweisen, wie positiv die Antioxidantien aus der Acai Beere vom Organismus aufgenommen werden. Diese Beere ließ bei dieser Untersuchung tatsächlich die antitoxidative Wirkung im Blut ansteigen.
Fazit
Bildquellen
- Acai-Beeren: Fotolia © Valentina R.
- Acai-Pulver: Fotolia © Marek
- Acaibeeren-Joghurt: Fotolia © jantima