Festtagsessen- was hilft beim Verdauen
Verdauungshelfer-Festtagsessen
Alle Jahre wieder werden fettige Braten, Beilagen und Desserts als Festtagsessen zu Weihnachten serviert, wonach sich einige Freunde oder Familienmitglieder vor Bauchweh auf dem Sofa krümmen oder sich schlichtweg niemand mehr bewegen kann, weil der Körper den Rest des Tages sämtliche Energie in die Verdauung des schweren Essens setzen muss. Wer über Weihnachten schlemmen möchte ohne anschließend dem bösen Fresskater zu verfallen, findet hier Tipps zu natürlichen Verdauungshelfern und Hausmitteln bei Völlegefühl, Sodbrennen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung.
Trockenfrüchte
Trockenfruechte als Verdauungshelfer
Gegen Verstopfung helfen unter anderem Dörrpflaumen, welche nach dem Einweichen in Wasser oder trocken verzehrt werden können. Sie fördern die Verdauung, da die enthaltenen Ballaststoffe Zellulose und Pektine einen Reiz auf den Darm ausüben und somit die Darmbewegung ankurbeln. Werden die Dörrpflaumen vor dem Verzehr eingeweicht, sollte auch das Wasser getrunken werden, in dem sie eingeweicht wurden. Trocken eignet sich der natürliche Verdauungshelfer beispielsweise gut für das Frühstücksmüsli oder als Zutat in Smoothies. 100 Gramm Pflaumen bestehen aus etwa 10 Prozent Kohlenhydraten, davon 1,5 Prozent Ballaststoffen, insgesamt 0,6 Gramm Eiweiß und 0,2 Gramm Fett. Darüber hinaus ist die Frucht sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Zink, Magnesium, Eisen, Kupfer und Kalium. 100 Gramm Trockenpflaumen enthalten circa 225 Kilokalorien.
Kiwis
Kiwi Verdauungshelfer
Die grünen pelzigen Früchte enthalten Enzyme, die bei der Darmentleerung helfen. Die enthaltenen löslichen Ballaststoffe können Verstopfung vorbeugen. Daher eignet sich die Kiwi vor allem für die feiertäglichen Morgende zum Frühstück, auch wenn sie nicht recht zum winterlichen Wetter passen mag. Später eintretenden Verdauungsbeschwerden kann mit ihr jedoch vorgebeugt werden. Hierfür ist die Eigenschaft der Kiwi verantwortlich, Nahrungsmittelproteine aufzuspalten.
Äpfel
Äpfel als Verdauungshelfer
Ebenso reich an den unverdaulichen Ballaststoffen, die auch Pektine genannt werden, ist der Apfel, welcher deshalb ebenso Bestandteil der täglichen Ernährung sein sollte. Pektine unterstützen die Gesundheit des Darms sowie die Verdauung. Hierbei befindet sich übrigens der Großteil der gesundheitsfördernden Nährstoffe in der Schale, diese sollte also vorzugsweise mitgegessen werden. Es bietet sich also fast an in die Feiertage mit einem Obstsalat bestehend aus Kiwis und Äpfeln zu starten um eventuellen Beschwerden vorzubeugen.
Apfelessig
Apfelessig als Verdauungshelfer
Ebenso hilft ein Getränk aus 200 Millilitern Apfelessig, verdünnt mit Wasser Verstopfung vorzubeugen. Trinken sie Apfelessig jedoch niemals pur, da diese sehr sauer ist und so den Magen stark reizen würde. Apfelessig enthält die Stoffe, die auch dem Apfel selbst seine gesundheitsfördernde Wirkung geben, wie beispielsweise die Vitamine A, C, B1, B2, B6, E, Folsäure sowie eine reichhaltige Mischung an Spurenelementen und Mineralstoffen. Die enthaltene Essigsäure hilft bei der Verdauung von Fetten und Kohlenhydraten, welche in den üblichen Festtagsmahlzeiten reichlich enthalten sind, weshalb Apfelessig eine gute Methode bietet sich den Schlemmerkater ein wenig zu erleichtern oder ihn sogar komplett zu vermeiden je nachdem wie stark die Beschwerden sind und um welche es sich dabei handelt.
Hausmittel Rizinusöl
Rizinusöl als Verdauungshelfer
Zumindest gehört haben sollte jeder schon einmal von Rizinusöl, einem Verdauungshelfer, der bereits zu Urgroßmutters Zeiten als solcher bekannt war. Es wird aus Samen des aus Indien stammenden Baumes Ricinus Communis gewonnen, welcher angeblich bereits vor mehr als 4000 Jahren im alten Ägypten angebaut wurde. Rizinusöl werden unzählige Heilwirkungen nachgesagt wie beispielsweise bei Hautirritationen und arthritischen Schmerzen. Es ist aber auch als Abführmittel bekannt und beliebt. Die Inhaltsstoffe aktivieren die Bildung von Substanzen im Körper, die anschließend die gewünschte Reaktion hervorrufen. Da die Stoffe vom Körper selbst gebildet werden, kann Rizinusöl häufig eingesetzt werden, ohne dass eine Desensibilisierung stattfindet wie dies beispielsweise bei einigen chemischen Präparaten der Fall ist. Die Heftigkeit der abführenden Wirkung hängt von der Menge der eingelagerten Giftstoffe ab, die aus dem Körper transportiert werden.
Dosierung und Gegenanzeigen bei Rizinusöl
Kräuter für die Verdauung
Kräuter als Verdauungshelfer
Gewürze wie Ingwer, Kardamom, Nelken und Anis wirken appetitsteigernd und fördern somit die Produktion von Verdauungssäften im menschlichen Körper. Sie finden Einsatz beim Kochen oder aber auch bei der Getränkeherstellung je nach persönlichem Belieben, sollten aber regelmäßig verzehrt werden. Blähungsvorbeugend wirken Koriander, Fenchel sowie Kümmel. Um die Verdauung anzuregen, sollten Kräuter wie Wacholder, Basilikum, Majoran, Liebstöckel, Thymian, Oregano und Rosmarin, gern auch in Verbindung miteinander verzehrt werden. Generell gilt für alle genannten Gewürze und Kräuter, dass sie den gewünschten Effekt nur bei regelmäßigem Verzehr hervorrufen, weshalb sie sich und Ihren Körper auf diese Weise zwar auf die Feiertage vorbereiten können, ein einmaliger Verzehr ihre Verdauungsbeschwerden jedoch kaum lindern wird.
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Tees
Tees als Verdauungshelfer
Pfefferminztee beschleunigt die Entleerung des Darnms bei Völlegefühl und ist als schnelle Verdauungshilfe bekannt. Zudem werden die Magen- und Darmmuskeln bei Trägheit mit Angelikawurzel, Salbei, Bitterklee, Melisse, Andornkraut, Zimtrinde, Schafgarbe und Kurkuma stimuliert während die Kräuter für die Teezubereitung hierbei beliebig nach eigenem Geschmack kombiniert werden können. Bittere Heilpflanzen wie Aloe, Rhababerwurzel, Wermut oder Enzian sorgen außerdem für die angemessene Produktion sowie Ausscheidung von Bauchspeicheldrüsenenzymen, Magensäure und Gallensaft.
Aloe Vera
Aloe Vera Pflanze
Die „Wunderpflanze“ Aloe Vera besitzt nicht nur die weithin bekannte wundheilende Wirkung sondern enthält auch hochwirksame Stoffe gegen Verstopfung. Aloe Vera stammt wahrscheinlich aus Nordafrika oder von der arabischen Halbinsel. Heute wird es in großen Kulturen angebaut, da es für seine verschiedenen Heilwirkungen mittlerweile hohe Berühmtheit erlangt hat. Der Trockenextrakt, der aus der äußeren Blattschicht gewonnen wird, enthält sogenannte Anthranoide, welche sowohl abführend als auch stimulierend auf die Darmaktivität wirken. Daher eignet sich das Trockenextrakt besonders zur Behandlung von Verstopfung.
Hierfür sollten Präparate aus der Apotheke verwendet werden, in denen das Extrakt in ausreichenden Mengen enthalten ist, welches beispielsweise nicht bei Aloe Vera-Säften der Fall ist.
Dosierung und Gegenanzeigen bei Aloe Vera
Bewegung
Verdauungsspaziergang
Und natürlich sollte nach einer ausführlichen Schlemmerei nicht auf den obligatorischen Verdauungsspaziergang nach einem ausgiebigen Mittag- oder Abendessen durch eine hoffentlich weiße Winterlandschaft entlang liebevoll geschmückter Häuser verzichtet werden. Denn Bewegung ist für die Aktivität des Darms von großer Bedeutung. Durch Bewegung wird der Stoffwechsel angeregt und die Mahlzeit während des Spazierganges schneller im Körper transportiert. Zudem wird ein Teil der aufgenommenen Energie wieder verbrannt, was die Arbeit des Darms erleichtert. Direkt nach einer Mahlzeit empfiehlt sich jedoch nur leichte Bewegung, da andernfalls die Muskeln mit zu viel Blut versorgt werden müssen, welches dann im Verdauungstrakt fehlen und dessen Arbeit erschweren würde. Sport ist nach dem Essen also nicht empfehlenswert und führt nur zu noch mehr Verdauungsbeschwerden.
Fazit
Zudem sollte versucht werden im Alltag die empfohlene Menge von 1,5 Litern Wasser zu trinken, da Wasser sich sowohl auf den pH-Wert der Magenflüssigkeit auswirkt als auch auf die Arbeit des Darms generell. Bei unzureichender Wasserzufuhr wird der Stuhl hart und fest und für den Körper schwerer ausscheidbar. Generell wird abgesehen von den abführenden Mitteln empfohlen, ballastreiche und die Verdauung unterstützende Nahrungsmittel in ausreichender Menge regelmäßig zu essen und zu trinken. Auf diese Weise können Sie auch zu den Feiertagen sündigen, ohne davon allzu große Probleme zu bekommen.
Bildquellen
- Verdauungshelfer-festtagsessen: 123rf damedeeso
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- kiwi-verdauungshelfer: Pixabay
- aepfel-verdauungshelfer: Pixabay
- apfelessig-verdauungshelfer: 123rf Yulia Yunovidova
- rizinusöl-verdauungshelfer: 123rf Amawasri Naksakul
- kraeuter-verdauungshelfer: 123rf Alexander Raths
- tee-verdauungshelfer: Pixabay
- aloe-vera-pflanze: 123rf didecs
- verdauungsspaziergang: Pixabay