Kapuzinerkresse – pflanzliches Antibiotikum Wirkung & Anwendung

Kapuzinerkresse-Blüte

Kapuzinerkresse-Blüte

Die Kapuzinerkresse ist mehr als nur eine Zierpflanze. Im Sommer und Herbst fallen ihre leuchtenden roten oder gelben Blüten auf, sie sind eine wahre Augenweide.

Die Kresse wird seit jeher als Heilpflanze verwendet, sie wurde im Jahr 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Warum die Kapuzinerkresse ein antibiotisches Universalgenie aus der Pflanzenwelt ist und vieles mehr,  erfahren Sie in diesem Artikel.

 

 

Namen und Herkunft der Kapuzinerkresse

Die Namensgeber der Pflanze ist der Mönchsorden der Kapuziner.

Weitere Volksnamen sind:

Fensterguckerl, Kapuzinerlein, Klimmauf (wegen seiner Rank Fähigkeit), Mönchskappe und Spanische Kapuzinerkresse.

Der botanische Name ist Tropaelum. Was so viel bedeutet wie „kleiner mit Waffen behängter Baum“.

Kapuzinerkresse (Tropaelum majus = Große Kapuzinerkresse) hat Ihren Ursprung im Südamerikanischen Raum. Dazu gehören Peru, Kolumbien, Ecuador und Bolivien.

 

Die Wirkstoffe der Kapuzinerkresse

Ein wichtiger Bestandteil der Kresse sind die in den Blättern und Samen enthaltenen Senfölglycoside (Benzylsenföl). Die Blätter enthalten viele Vitamine (vorrangig Vitamin C), Oxalsäure und Flavonoide.

Die Samen enthalten: Curcubitacine und Xyloglucone.

Die Blüten besitzen unter anderem Carotinoide.

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Weitere wichtige Wirkstoffe sind:

  • Vitamin B
  • Eisen
  • Phosphor
  • Schwefel
  • Kalium
  • Magnesium
  • Ascorbinsäure

 

 

Nährwerte der Kapuzinerkresse

Der Nährwert der Kapuzinerkresse ist ungefähr vergleichbar mit dem von Gartenkresse. Es gibt mehrere Arten der Kapuzinerkresse, 100 Gramm Kresse enthalten ungefähr 33 Kilokalorien. Die Kresse ist damit sehr kalorienarm. Der Hauptbestandteil der Kresse ist Wasser, abhängig von der Art enthalten 100 Gramm Kresse ungefähr

  • 2 Gramm Kohlenhydrate
  • 4 Gramm Proteine
  • 0,5 Gramm Fett

Die übrigen Bestandteile sind neben Wasser verschiedene Pflanzenstoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe.

 

Kapuzinerkresse in der Volksmedizin

In den Heimatländer der Kapuzinerkresse, wird Sie schon seit vielen Jahrhunderten in der Volksmedizin als Heilpflanze eingesetzt.
Anwendungsgebiete sind: (innerlich) bei Husten, Bronchitis und beim Befall von Hautpilzen.

In der äußerlichen Anwendung werden z.B. Gerstenkörner behandelt. Darüber hinaus wird diese Arzneipflanze auch als Wundkraut (Infektionsschutz) genutzt. Dazu später mehr.

 

Magische Bedeutung

In Peru wurde die Kapuzinerkresse zur Abwehr von Viehseuchen und Hexerei verwendet.

Dazu wurden Amulette aus den Blüten hergestellt, die dann um den Hals getragen wurden.

Ein anderer beliebter Einsatzzweck war der Verzehr der Samen. Man war der Meinung, dass Diese eine aphrodisierende Wirkung haben und lustig machen.

Der Grund dieser Annahme erklärt sich damit, dass nach dem Genuss der Samen, wesentlich weniger Alkohol vertragen wird.

Das führte zu einem schnelleren Hemmungsabbau, als es normalerweise der Fall ist.

 

 

Kapuzinerkresse in der Naturheilkunde

Die arzneiliche Haupteigenschaft der Pflanze liegt in Ihrer antibakteriellen Wirkung.

Verantwortlich dafür ist der Wirkstoff Benzylsenföl. Dieser Inhaltsstoff hemmt das Wachstum von Bakterien vom Typus grampositiv und gramnegativ. Zusätzlich macht es die Toxine dieser Bakterien unschädlich.

Das enthaltene Benzylsenföl, hat zudem eine Wachstums-hemmende Wirkung auf Hefe- und Sprosspilzen der Sorte Candida albicans.

Dieser Wirkstoff trägt auch zur Bekämpfung von (den sonst resistenten) Keimen wie Staphylokokken und Streptokokken bei.

Weitere Heileigenschaften sind: abwehrsteigernd, antiviral, krebsfeindlich, hemmung der Entstehung eines Bronchialkarzinoms und das Pulver aus den Samen wirkt abführend.

In vielen Fällen reicht der Verzehr der Pflanzenteile für eine Behandlung nicht aus. In diesen Fällen greifen Naturheilkundler und zunehmend auch Schulmediziner zu hochdosierten Tabletten mit dem natürlichen Wirk- und Inhaltsstoffen der Kapuzinerkresse.

 

Kapuzinerkresse in der Frauenheilkunde

In der Frauenheilkunde werden die Wirkstoffe der Kapuzinerkresse bei vielen Beschwerden eingesetzt.

Allerdings reicht auch hier meist nicht der Verzehr der Pflanzenteile. Hier werden i.d.R. hochdosierte Tabletten verordnet.

Meist handelt es sich um mehrwöchige Kuren.

Behandelt werden folgende Beschwerden:

  • Ausfluss und Juckreiz (in den Tagen vor der Regel)
  • Scheidenpilz
  • Scheidenentzündung

Der Scheidenpilz wird teilweise auch lokal mit einer Urtinktur behandelt.

Die Scheidenentzündung kann nach einem Rezept von Margret Madejsky mit einer Mischung aus der Urtinktur und Bio-Joghurt behandelt werden (Rezept hierzu weiter unten)

 

Kapuzinerkresse in der Wissenschaft

Die Wissenschaft konnte die Wirkung  von vielen volksmedizinischen Anwendungsgebieten bestätigen und durch Forschungsergebnisse untermauern.

Die wichtigste Erkenntnis dabei ist die beachtliche antibiotische Wirkung der Kapuzinerkresse.

So stellte man fest, dass das enthaltene Benzylsenföl (in einer Mindestkonzentration) antibiotisch gegen Eitererreger und gegen bestimmte Erreger, die eine Harnwegsinfektion hervorrufen kann, wirkt.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam man bei der Wirksamkeit gegen Hautpilze.

Bestätigt wurde auch die antivirale und Abwehrsteigernde Wirkung der Kapuzinerkresse.

 

Heilanwendungen mit Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse-BlütenkelchKapuzinerkresse hat die höchste Heilwirkung, wenn sie frisch verwendet wird.

Die antibiotischen Wirkstoffe werden  beim Kauen durch ein Enzym zu Benzylsenföl aufgespalten und damit für den Organismus verfügbar gemacht.

Beim Trocknen gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und Spurenelemente verloren.

Infekte der oberen Atemwege

Bei Infekten der oberen Atemwege können Sie die Blätter der Pflanze mit kochendem Wasser überbrühen und für eine Inhalation verwenden, das wirkt schleimlösend.

Als Schleimlöser

Aus frischen Blättern und Blüten können Sie auch einen Tee bereiten, der schleimlösend wirkt und die Atemwege frei macht. Alternativ zu frischen Blättern und Blüten können Sie getrocknete Blätter für Tee verwenden, doch sollten Sie darauf nur zugreifen, wenn keine frischen Blätter verfügbar sind.

Bei Pilzinfektionen

Bei Neigung zu Candidainfektionen oder zu Blasenentzündungen kann das Antibiotisches Kapuzinerkressen-Pulver (Rezept hierzu weiter unten) vorbeugend eingenommen werden. Zweimal täglich 1 Teelöffel pur oder in Wasser verrührt.

Bei Bronchitis, Husten und Nierenentzündungen

Der frisch gepresste Saft aus den Blättern der Kapuzinerkresse, hat eine antibakterielle und desinfizierende Wirkung. Den Saft mit etwas Wasser vermischt, hilft bei Bronchitis, Husten und Nierenentzündung, regeneriert Magen- und Darmschleimhäute, löste ebenfalls Schleim und wirkt kräftigend bei älteren Menschen.

Wundbehandlung

Bei der Wundbehandlung kann der Saft der Blätter ebenfalls genutzt werden.

Bei Haarausfall

Als natürliches Mittel gegen Haarausfall soll der Saft der Blätter auch hilfreich sein. Hierzu den Saft mit Wasser verdünnt in die Kopfhaut einmassieren.

Bei allen genannten Anwendungsfällen, kann auch eine Essenz aus den Blättern verwendet werden.

(Rezept hierzu weiter unten)

Bei Prellungen und Muskelverspannungen

Kapuzinerkresse kann auch äußerlich angewendet werden, dazu überbrühen Sie die Blätter mit heißem Wasser und lassen alles abkühlen, sodass der Aufguss etwa handwarm ist.  Nun können Sie den Aufguss für Umschläge verwenden.

 

Kapuzinerkresse in der Küche

Kapuzinerkresse-Salat

Kapuzinerkresse-Salat

Kapuzinerkresse kann innerlich für Tee, aber auch für die Zubereitung von Speisen verwendet werden. Äußerlich lassen sich Aufgüsse aus Blättern und Blüten für Inhalationen und für Umschläge verwenden.

Die Kresse können Sie vielfältig zum Würzen und zum Bereiten von Suppen oder Salaten verwenden. Die Blätter und die Blüten können klein gehackt als Alternative zu Petersilie verwendet werden, ebenso eignen sie sich sehr gut zur Bereitung von Kräuterquark, Kräuterbutter, Kräuteröl, herzhaften Eierspeisen oder Joghurt-Dips.

Kapuzinerkresse kann auch als Kapernersatz verwendet werden. Hierzu die Knospen der Kresse mit Salz bestreuen, 1 Tag stehen lassen. In ein Glas füllen und mit Essig übergießen.

Klein gehackt können Blätter und Blüten auch auf Butterbrote gestreut werden, ähnlich wie Gartenkresse. Grundsätzlich können Sie Gartenkresse durch Kapuzinerkresse ersetzen, doch sollten Sie die Kresse aufgrund ihres intensiveren und schärferen Geschmacks etwas sparsamer als die Gartenkresse verwenden.

 

Dosierung der Kapuzinerkresse

Bei Erkältung sollten Sie täglich ein bis drei Tassen Tee aus der Kresse trinken, das ist bis zu einem Zeitraum von einer Woche möglich. Täglich sind 20 bis 30 Gramm von Blättern und Blüten gesundheitlich unbedenklich.

 

Gegenanzeigen

Die Kapuzinerkresse ist aufgrund ihres hohen Gehalts an Senfölen nicht für Säuglinge und Kleinkinder geeignet. Sie sollten auch darauf verzichten, wenn Sie unter Magen- oder Darmgeschwüren leiden. Die Kresse kann die Alkoholtoleranz verringern.

 

Kapuzinerkresse selbst anbauen

Kapuzinerkresse-Samen

Kapuzinerkresse-Samen

Haben Sie einen Garten, können Sie die Pflanze selbst anbauen. Da die Pflanze völlig anspruchslos ist und auch Schatten verträgt, kann der Anbau auch auf der Terrasse oder dem Balkon erfolgen. Da die Pflanze stark in die Länge wächst und die Triebe bis zu drei Meter lang werden können, benötigt sie eine Rankhilfe.

Für den Anbau ist ein sonniger oder halbschattiger Standort optimal, der Boden sollte nährstoffreich und leicht feucht sein. Trockene oder zu sandige Böden können Sie durch Kompost verbessern, auch Pflanzerde aus dem Gartenmarkt ist geeignet. Die Kresse wird aus Samen gezogen, die Aussaat sollte Ende Mai direkt ins Freiland erfolgen. Da Kresse ein Dunkelkeimer ist, sollten Sie die Samen etwa 2 Zentimeter tief in die Erde drücken. Der Boden sollte immer etwas befeuchtet, aber niemals zu feucht sein. Haben sich die großen Blätter ausgebildet, können Sie die Blätter bereits ernten.

 

Alternativen zur Kapuzinerkresse

Als Alternativen zu Kapuzinerkresse eignen sich verschiedene Gartenkräuter, beispielsweise Basilikum oder Bärlauch. Rucola ist aufgrund seines Gehalts an Senföl ebenfalls eine Alternative. Pflücksalat kann ähnlich wie Kresse verwendet werden, doch ist der Geschmack weniger intensiv.

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Rezepte für Heilmittel

Urtinktur-Bio-Joghurt

  • 2 TL Bio-Joghurt natur
  • 8- 10 Tropfen Urtinktur Tropaeolum (Kapuzinerkresse)
  • 2 -3 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • Alle Zutaten miteinander verrühren und mit einer sauberen 5-ml-Einmalspritze vorsichtig in die Scheide einführen. Watte vorlegen.

Sinnvoller Weise vor dem Schlafengehen.

 

Kapuzinerkressen-Essenz

  • 1 Handvoll Blätter mit 250 ml hochprozentigen Kornschnaps übergießen und 10 Tage in die Sonne stellen.
  • Danach abfiltern und in eine Flasche abfüllen.

 

Antibiotisches Kapuzinerkressen-Pulver

  • Mehrere Handvoll Blätter der Kapuzinerkresse ernten und darauf achten, dass sie nicht welk sind.
  • Die Blätter auf einer Waage abwiegen
  • Die Blätter sehr fein schneiden
  • Die geschnittenen Blätter in eine Reibschale geben und mit der gleichen Menge Milchzucker zu einem einheitlichen Brei verarbeiten.
  • Den Brei 2mm dünn auf Packpapier streichen und 3 Tage an einem luftigen Ort trocknen lassen.
  • Die getrocknete Masse mit einem Mörser zu einem Pulver verreiben.
  • Das Pulver in ein Braunglas abfüllen.

Nun hält es einige Monate. Verliert aber zunehmend an Heilkraft.

 

Fazit

Kapuzinerkresse enthält Senföle, Vitamin C und Mineralstoffe. Sie wird in der Medizin sogar als Alternative zu Antibiotika genutzt. Ein großer Vorteil der pflanzlichen Antibiotika-Wirkung ist, dass es anders als bei chemisch hergestellten Antibiotika, nicht zu Resistenzen kommt. Die Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem und wirken heilend bei Entzündungen.

Bei dieser Anzahl von (wissenschaftlich bestätigten Wirkungen) wundert es nicht, dass die Kapuzinerkresse zur  Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt wurde. In der Küche ergeben sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Blätter und Blüten der Pflanze. Zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eignet sich die Pflanze zur Bereitung von Tee und für Inhalationen. Aufgüsse aus den Blättern können für Umschläge verwendet werden.

 

Wissenschaftliche Studien zu Kapuzinerkresse

Eine Studie von Heidelberger Forscher untersuchte die Wirkung von Kapuzinerkresse und den enthaltenen Senfölen. Der Studie zufolge werden Pilze, Bakterien und Viren abgetötet, doch die besondere Wirkung der Senföle zeigte sich in einer Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettich. Die Senföle wirkten heilend bei Harnwegsinfektionen. Die heilende Wirkung zeigte sich auch bei Erkrankungen der Atemwege wie Sinusitis und Bronchitis.
(https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Phytomedizin-Traditionelles-Wissen-modern-genutzt.109013.0.html)

 

Quellen

Die Kräuter in meinen Garten (Siegrid Hirsch & Felix Grünberger)

Kräuter Enzyklopädie (Nico Vermeulen)

Lexikon der Frauenkräuter (Margret Madejsky)

 

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • Kapuzinerkresse-Blüte: Pixabay
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