Salbei nicht nur gegen Atemwegserkrankungen
Echter Salbei (Salvia officinalis)

Salbei
Der lateinische Name von Salbei ist “salvia“ und heißt übersetzt “die helfende Pflanze“. Die lateinische Wortwurzel “salvus“ bedeutet “gesund und weise“.
Echter Salbei ist ein bis zu 60 Zentimeter hoher, Strauch aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). In seinen Blättern ist das ätherische Öl enthalten, das für den aromatischen Duft der Pflanze verantwortlich ist. Der echte Salbei bildet zur Blütezeit im Mai bis Mitte Juli meist weiße oder violette Blüten aus. Die Blätter sind mit weißen Filz an beiden Blattseiten behaart.
Der echte Salbei (Salvia officinalis) unterscheidet sich von anderen Salbei-Arten durch seinen Thujon-Gehalt. Echter Salbei enthält einen besonders hohen Anteil des Inhaltsstoffes und ist deshalb als Heilpflanze sehr beliebt. Thujon ist ein Nervengift, welches für seine euphorisierende und aphrodisierende Wirkung bekannt ist. Salbei ist eine der ältesten Heilpflanzen und ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch. Im Mittelalter brachten Mönche die Pflanze nach Deutschland. Hier gedeiht sie inzwischen auch in unseren Breitengraden ausgezeichnet.
Die Inhaltsstoffe von Salbei
Die Blätter von Salbei enthalten 1-2,5 % ätherisches Öl, Campher, Cineol und α- und β-Thujon. In größeren Mengen sind Gerbstoffe, sowie Bitterstoffe, Triterpene, Flavonoide und Steroide in den Blättern enthalten.
Neben der Bereicherung in unserer Küche als wohlschmeckendes Gewürz ist Salbei auch gegen viele Alltagsbeschwerden wirkungsvoll:
- Rachenentzündung
- Erkältung
- Mundschleimhautentzündung
- Zahnfleischentzündungen
- Bronchitis
- Keuchhusten
- Rheuma
- leichte Depressionen
- Hyperhidrose (krankhaftes Schwitzen)
- Wechseljahresbeschwerden
- Zyklusregulierend
- Abstillen in der Stillzeit
- Verdauungsbeschwerden
- Hemmt das Wachstum von Bakterien, Viren (unter anderem Herpesvirus) und Pilzen
- Gelenkbeschwerden
- Wundheilung
Salbei, ein Frauenkraut für alle Lebensabschnitte
Salbeiblüten
Insbesondere hilft er Frauen bei Wechseljahresbeschwerden. Er kann von Schweißausbrüchen befreien. Der regelmäßige Genuß Von Salbei-Tee oder Salbei-Essig soll bei Frauen in den Wechseljahren Osteroperose verhindern können, da er viel Kalzium enthält.
Salbei wirkt auch bei jüngeren Frauen hervorragend auf die weiblichen Geschlechtsorgane, indem er die Gebärmutter kräftigt und die Menstruation regelt.
Kosmetische Wirkung von Salbei
Als Dampfbad angewendet öffnet Salbei die Poren im Gesicht und hilft gegen Hautunreinheiten. Frauen jeden Alters bewahrt er somit die Gesundheit der Haut. Um graues Haar wieder dunkler zu machen, kann man es mit starkem Salbei-Tee spülen.
Salbei und die Gelenke
Somit soll Salbei auch bei Gelenkschmerzen helfen, die durch mineralische Ablagerungen in den Gelenken entstehen. Diese Ablagerungen können sich auflösen, wenn man dem Körper Kalzium in seiner biologischen Form z.B. durch Salbei zuführt.
Salbei im Mundraum
Mit der antiseptischen, astringierenden und desinfizierenden Wirkung durch das Zusammenspiel der ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe, ist Salbei hervorragend dazu geeignet, Zahnfleischentzündungen zu behandeln. Dazu spülen Sie den Mund mit einem starken Salbei-Tee aus, der mindestens 10 Minuten gezogen hat.
Tägliches Einreiben des Zahnfleisches mit frischen Salbeiblättern kann gegen Zahnfleischblutungen helfen und das schließen von Zahntaschen unterstützen. Aufgrund des starken Aromas des Salbei, kann er auch bei Mundgeruch angewendet werden.
In Studien konnte eine hemmende Wirkung von Salbei auf das Herpesvirus (Herpes simplex) beobachtet werden. (1)
Salbei bei Erkältung
Salbeitee
Als Tee gegurgelt hilft Salbei bei Heiserkeit. Es senkt das Fieber und lässt uns schwitzen. Durch seine astringierende Wirkung ist er in der Lage, übermäßige Schleimbildung in den Lungen, Kehle und Bronchien zu absorbieren. Die im ätherischen Öl der Salbeiblätter enthaltenen Komponenten Cineol und Camphen wirken keimtötend und entzündungshemmend. Außerdem stärkt Salbei das Immunsystem und ist ein ideales Vorbeugungsmittel gegen Infekte.
Salbei für Nerven und Gemüt
Da Salbei ebenfalls eine öffnende Wirkung hat, kann er dafür sorgen, dass bei Kopfschmerzen das Blut wieder frei im Gehirn fließen kann. Salbei stärkt das Nervensystem, mildert Stress und löst Verkrampfungen. Er verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen. Das Einatmen von Salbei-Rauch oder Dampf vertreibt Trägheit und soll helfen, Kummer und Depressionen zu überwinden. Die ätherischen Öle in ihm schenken dem Körper neue Vitalität.
Die britische Medizinerin Nicola Tildesley bewies wissenschaftlich, dass Salbei positiv auf das Gehirn und Erinnerungsvermögen wirkt. (2)
Frühere Studienergebnisse hatten bereits nachgewiesen, dass Salbei ein Enzym hemmt, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Die Alzheimer-Erkrankung ist durch einen Schwund an Acetylcholin gekennzeichnet.
Salbei bei Magen-Darm-Beschwerden
Die ätherischen Öle im Salbei sind dafür bekannt, die Produktion von Verdauungsenzymen anzuregen und damit Übelkeit und Blähungen vorzubeugen. Es wirkt verdauungsfördernd bei schwerem Essen. Daneben verstärkt er den Gallenfluss. Es hilft im Magen-Darm-Trakt bei:
- Krämpfen
- Blähungen
- Verdauungsbeschwerden
- Durchfall
- Schmerzen
- Appetitlosigkeit
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Salbei selber pflanzen
Am besten gedeiht er an einem Standort in der prallen Sonne und magerem Boden.
Der echte Salbei lässt sich aus Samen ziehen wie auch über Stecklinge vermehren. Das Aussähen von Salbeisamen erfolgt ab Ende Februar auf der sonnigen Fensterbank im Haus oder ab Mai im Freiland. Vermehrung über Stecklinge: von einer älteren Mutterpflanze wird ein kräftiger Trieb abgeschnitten und direkt in kalkreiche Kräutererde gesteckt.
Die Pflege von Salbei braucht nur wenig Aufwand. Die Heil- und Gewürzpflanze ist ein relativ anspruchsloses Gewächs.
Salbei benötigt wenig Wasser. Dennoch die Erde nie vollständig austrocknen lassen.
Salbei in der Küche
Salbei als Gewürz
Der Duft von Salbei ist ebenso intensiv wie sein Geschmack: leicht bitter und würzig. Gegessen werden meist nur die Blätter aber auch die Blüten sind essbar. Geschmacklich gibt es Unterschiede zwischen den Salbei-Arten.
Eines der einfachsten Rezepte, das Salbei als Zutat enthält ist die Salbeibutter. Sie eignet sich hervorragen zu Nudeln oder Gnocchi.
Getrocknete Salbeiblätter als Würzmittel in Suppen und Salatsoßen schärfen die Sinne und erhöhen den Nährwert.
Anwendung von Salbei
Salbei kann in Form von Lutsch-Tabletten, -Kapseln, -Tropfen oder -Lösungen oder durch selbst hergestellte Zubereitungen, wie Tee, Bädern und Tinkturen verwendet werden.
Gegenanzeigen
Möglicherweise beeinflusst Salbei die Wirkung mancher Arzneistoffe, wie die von Barbituraten und Benzodiazepinen (Beruhigungs- und Schlafmittel). Daher wird empfohlen, die gleichzeitige Einnahme zu vermeiden. Alkoholische Tinkturen sind bei Schwangeren und Kleinkindern nicht anzuwenden.
Fazit
(1) http://www.fid-gesundheitswissen.de/innere-medizin/herpes/lippenherpes-rhabarber-und-salbei-stoppen-die-laestigen-blaeschen/
(2) http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/klostermedizin-wirkt-wirklich/443356.html
Bildquellen
- salbei: Pixabay
- salbeiblueten: Pixabay
- salbeitee: 123rf Feyyaz Alaçam
- salbei-gewuerz: Pixabay